Republik Mali: Vorbild für Afrika
Die heutige Republik Mali (ca. 11 Mio. Einwohner) blickt auf die ruhmreiche Geschichte des mittelalterlichen Mali-Reiches zurück, das im 11. Jahrhundert gegründet wurde. Der erste Kaiser, Sundjata Keita, herrschte von 1230 bis 1255. Im 14. Jahrhundert unter Kaiser Kankan Musa, der das Reich von der Sahara bis zum tropischen Regenwald Guineas und zur Atlantikküste ausdehnte, erreichte Mali seine kulturelle Blütezeit und wurde zum bekanntesten mittelalterlichen Staatswesen südlich der Sahara. Besonders Timbuktu entwickelte sich, als Ausgangs- und Zielpunkt der Transsahara-Karawanen, zum ökonomischen und intellektuellen Zentrum Afrikas.
Heute ist die Republik Mali flächenmäßig das größte der vier westafrikanischen Sahelländer und umfasst das Kerngebiet des ehemaligen französischen Kolonialbesitzes, der bis zur Unabhängigkeit Mali im Jahre 1960 unter der Bezeichnung „Soudan francais“ bekannt war. Unter dem amtierenden Präsidenten, Amadou Toumani Touré, genannt „ATT“, entwickelt sich Mali zu einem afrikanischen Vorzeigestaat. Das Land hat es „trotz miserabler Ausgangsbedingungen geschafft, von einer maroden sozialistischen Planwirtschaft wegzukommen und die Demokratie zu konsolidieren“ (NZZ, 07. Mai 2004). Der ehemalige Karriere-General Touré stürzte 1991 den langjährigen Diktator Moussa Traoré und setzte nach einjähriger Übergangszeit eine Zivilregierung ein. In einer demokratischen Wahl 2002 wurde er selbst mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt und führt seitdem das Land durch beispielhaftes politisches Management in die Demokratie.


